Ergebnisse der Zukunftskonferenzen 2010

01.06.2010. Viel Bürgerengagement zur Ortsentwicklung

Mit der zweiten Zukunftskonferenz hat die Gemeinde Olching den ersten großen Schritt auf dem Weg zu einem bürgerschaftlich erarbeiteten Ortsentwicklungskonzept vollendet. Das Material für einen ersten Konzeptentwurf ist am Freitagabend und am Samstag in einer entspannten und kreativen Atmosphäre erarbeitet worden.

Die Ergebnisse der ersten Zukunftskonferenz von Ende Oktober 2010 wurden von dem betreuenden Fachbüro Identität & Image zusammengeführt in Form von Zielen und Strategien aufbereitet. Darauf aufbauend diskutierten die acht so genannten Thementische die jeweiligen Ziele mit einer Reichweite von ca. 20 Jahren und die Strategien, die den Weg zur Erreichung der Ziele weisen sollen. Begleitet wurden sie durch Mitglieder anderer Thementische und einem Moderator des Fachbüros.

Der Thementisch für Kommunales Management & Bürgerbeteiligung behandelte beispielsweise das Ziel, die Verwaltung bürgernah zu gestalten und die Bürgerschaft mehr in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Am Thementisch Siedlungsentwicklung - Arbeit & Wirtschaft ging es mitunter um die Herausforderung, für alle Olchinger ein ausreichendes Angebot an Arbeitsplätzen und Wohnraum zu schaffen. Die Vertreter des Thementisches Generationen beschäftigten sich insbesondere mit den Möglichkeiten zur Verbesserung der Kommunikation und des Umgangs zwischen den Generationen. Der Thementisch Freizeit & Kultur entwickelte Strategien zur Gestaltung einer attraktiven Freizeitinfrastruktur und zur Optimierung des Zusammenhalts in Olching durch ein aktives Vereins- und Kulturleben. Die Vertreter für Schule, Bildung & soziale Infrastruktur arbeiteten daran, das Bildungsangebot sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene in Olching zu diversifizieren. Am Thementisch Energie & Klima ging es um Strategien zur Senkung des Energieverbrauchs und der Förderung Erneuerbarer Energien. Den Teilnehmer am Thementisch Ortsgestaltung - Ortskern/Ortsteilzentren ging es darum, die Nahversorgung und Nutzungsvielfalt in Olching zu sichern und den Olchinger Bürgerinnen und Bürgern durch eine attraktive Ortsgestaltung ein Gefühl von Heimat und Identität zu stiften. Der Thementisch Mobilität & Verkehr behandelte schließlich die Frage, wie die Verkehrsbelastung durch den motorisierten Individualverkehr in Olching reduziert werden kann.

Zu den jeweiligen Zielen und Strategien wurden den Samstag über konkrete Maßnahmenideen ausgearbeitet. Zunächst wurden die bereits laufenden Aktivitäten in jedem der Themenbereiche rekapituliert. Spannend wurde dann der nächste Schritt: die bestehenden Aktivitäten wurden um neue Ideen ergänzt. Orientiert an den formulierten Zielen kam eine Fülle von Ideen und Maßnahmen zusammen. Am Samstagnachmittag wurden ausgewählte Projektideen vertieft diskutiert und so genannte „Sofortmaßnahmen" ausgearbeitet. Jeder der acht Tische suchte sich eine Idee aus, die nach Ansicht der Teilnehmer spätestens in sechs Monaten und mit geringem finanziellem Aufwand umgesetzt werden soll.

So schlug der Thementisch Kommunales Management & Bürgerbeteiligung vor, einen sog. Bürgerbeauftragten einzurichten, der als Bindeglied zwischen Verwaltung und Bürgerschaft fungieren und durch die Verbesserung der Kommunikationsprozesse die Bürgerbeteiligung unterstützen soll. Nach Ansicht des  Thementisches Siedlungsentwicklung - Wirtschaft & Arbeit kann die Ansiedlung von Gewerbebetrieben beschleunigt werden, indem ein Ablaufschema erstellt wird, nach dem Anfragen von ansiedlungswilligen Gewerbebetrieben an die Verwaltung bearbeitet werden. Auf große Zustimmung traf die Idee des Thementisches Generationen, der die Einrichtung einer sog. Ehrenamtsbörse vorschlug, die zur Vermittlung von ehrenamtlichen Aktivitäten nach dem System „Biete/Suche" funktionieren soll. Der Thementisch Freizeit & Kultur möchte einen sog. Freizeit-Guide erstellen, eine Broschüre, die die unterschiedlichen Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten in Olching aufzeigt. Am Thementisch Schule, Bildung & soziale Infrastruktur plädierte man für die Verstärkung des bürgerschaftlichen Engagements für Patenschaften an Grund- und Hauptschule. Die Teilnehmer des Thementisches für Energie & Klima stellten gleich zwei Ideen vor. Zum einen soll die Motivation für den Klimaschutz durch Ideenwettbewerbe z.B. unter dem Motto „Olchings Best Klimaschützer" erhöht werden. Zum anderen gilt es nach Ansicht der Teilnehmer, brachliegende Energiereserven (Sonne, Wind, Bioabfälle) in Form eines Energiemixes zu nutzen.

Am Thementisch Ortsgestaltung - Ortskern / Ortsteilzentren wurde die Idee geboren, ein Hauptstraßenkonzept für die Daxerstraße bis zum Roßhaupter Platz inklusive Paulusgrube und S-Bahnhof zu erstellen, das als ganzheitliche Planung auch Themen wie einen Citybus, ein Parkkonzept oder barrierefreie Zugänge und bessere Fußgängerverbindungen beinhalten soll. Und schließlich möchten die Teilnehmer des Thementisches Mobilität & Verkehr die Parkplatzsituation in der Hauptstraße verbessern, indem Parken nur in Fahrtrichtung zugelassen wird und Parkplätze teilweise ausgelagert werden, wobei ein Shuttlebus die dadurch entstehenden Distanzen zur Innenstadt ausgleichen könnte.

Am Ende der Veranstaltung zogen die Paten der Thementische Bilanz. Dabei wurde die gute Arbeitsatmosphäre und der strukturierte Aufbau der Konferenzen gelobt, die es den Teilnehmern erlaubte, produktiv und zielführend zu arbeiten.

Überraschend war es für viele der Teilnehmer, wie stark sie durch ihre Interessen und ihr Engagement miteinander verwoben sind und welch große Bereicherung es war, sich im Rahmen der Zukunftskonferenzen intensiv zu unterhalten und auszutauschen. Damit verbunden ist natürlich die Hoffnung, dass die Kontakte auch in Zukunft bestehen bleiben. Von mehreren Teilnehmern wurde der Wunsch geäußert, sich auch im Rahmen der Umsetzung des Ortsentwicklungskonzepts aktiv beteiligen zu können. Ein möglicher Ansatzpunkt hierfür könne die Organisation einer Zukunftskonferenz III sein, die sich nach dem Beschluss des Ortsentwicklungskonzepts im Gemeinderat auf konkrete Umsetzungsfragen konzentriert.

Ganz großen Dank sprach Herr Bürgermeister Andreas Magg den rund 60 ehrenamtlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für deren Engagement und Kreativität aus. Die Zukunftskonferenzen für das Ortsentwicklungskonzept haben sich auf jeden Fall für die Gemeinde bezahlt gemacht, da eine Basis für eine partnerschaftliche Arbeit geschaffen wurde, die in Zukunft verstärkt genutzt werden solle.

Sobald die Dokumentation der Zukunftskonferenz fertig ist, soll sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Als nächster Schritt wird Identität & Image auf der Basis der beiden Zukunftskonferenzen einen Entwurf für das Ortsentwicklungskonzept vorlegen. Die Lenkungsgruppe, bestehend aus den „Paten" der Thementische und dem Gemeinderate, wird diesen Entwurf diskutieren, der dann Grundlage einer intensiven Gemeinderatsbefassung sein wird.

 

Ortsenwicklungsprozess3

 

Ortsenwicklungsprozess2

 

Ortsenwicklungsprozess1

 

 

Ortsenwicklungsprozess5

 

Ortsenwicklungsprozess4

 

drucken nach oben