Rede von Bürgermeister Andreas Magg anlässlich 40 Jahre Partnerschaft mit Yaloya

Sehr geehrter Herr Pfarrer Josef Aicher,

Sehr geehrter Herr Pfarrer Steindlmüller,
Sehr geehrter Herr Pfarrer Huber,

sehr geehrter Herr Dr. Simon Koppers, Referatsleiter für Zentralafrika, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

sehr geehrter Herr Landrat Karmasin,

sehr geehrte Mitglieder des Landtags, Herr Miskowitsch,
sehr geehrte Damen und Herren Bezirksräte,
Gabriele Off-Nesselhauf, Peter Münster, Dr. Michael Schanderl,

sehr geehrter Herr Christian Mazenik als Vertreter für missio München,

auch viele langjährige Spenderinnen und Spender sind heute anwesend,

sehr geehrte Frau 2. Bürgermeisterin Hartl,
sehr geehrter Herr 3. Bürgermeister Botzenhardt,
sehr geehrte Damen und Herren des Olchinger Stadtrats,

liebe Pressevertreter,

liebe Marisol Gruhn (8 Jahre), die uns heute mit ihrem Klavierspiel verzaubern wird,

 

Ich freue mich, Sie so zahlreich zu dieser ganz besonderen Veranstaltung heute begrüßen zu dürfen.

Pfarrer Josef Aicher ist der aktuell einzige letzte lebende Ehrenbürger der Stadt Olching. Er war Kaplan in der Pfarrei St. Peter und Paul von 1967 bis 1978. Direkt im Anschluss daran begab er sich in den Kongo und begann sein eigentliches, grandioses Lebenswerk. Am 3. Juli 2007 wurde ihm für dieses überaus außergewöhnliche Engagement die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen.

Ich erinnere mich noch genau, als die Stadt 2014 dann ein Hilferuf in Form eines Briefes von Pfarrer Aicher erreichte. In diesem berichtet er von einer verheerenden Malaria-Epidemie in der Gemeinde Yaloya, der bereits rund 500 infizierte Kinder zum Opfer gefallen waren. Sie dürfen mir glauben, als Vater von zwei Töchtern, ging mir das Schicksal dieser Kinder sehr zu Herzen. Dass die Rettung eines Kinderlebens an so banalen Dingen wie einem Moskitonetz scheitert, können wir uns hier nicht vorstellen. Dies war der Startschuss für eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft in unserer Stadt.

Am 18. April 2015 veranstaltete die Kolpingsfamilie in Kooperation mit der Stadt Olching ein großes Benefizkonzert zu Gunsten der Malariahilfe. 158 Sänger*innen und Musiker*innen von zahlreichen Olchinger Schulen und Vereinen beteiligten sich ehrenamtlich. Die Resonanz der rund 400 Gäste war überwältigend und auch der Erlös übertraf die Erwartungen: 11.500 Euro konnten mittels Eintrittsgeldern, Sponsoringpaketen, Getränke- und Speisenverkauf für das Projekt gewonnen werden. Hiervon konnten Moskitonetze sowie Medikamente angeschafft und nach Yaloya transportiert werden. Aber auch medizinisches Personal konnte bezahlt sowie Unterstützung beim Aufbau einer Schule für Krankenpfleger geleistet werden.

Initiator und Organisator der Veranstaltung war der 2018 verstorbene Karl „Charlie“ Schwojer. Er war mehrere Jahrzehnte ehrenamtlich in der Kolpingsfamilie Olching tätig, wofür er 2001 bereits die städtische Ehrenmedaille in Bronze erhielt. Besonders tat er sich mit seinem Engagement für den Pfarrer Aicher Kreis hervor. Im Rahmen dieser besonderen Veranstaltung heute wollen wir auch ihm und allen verstorbenen Aktiven ein Andenken wahren.

Der Bau einer Krankenstation vor Ort ist die logische Fortsetzung der bisherigen Hilfeleistungen. Bislang sind Verletzte und Kranke im besten Fall nur mehrere Tage unterwegs bis zum nächsten Arzt. Sie können sich vorstellen, was das je nach Krankheit oder Verletzung für den einzelnen bedeutet. Wir wollen Abhilfe schaffen, weshalb bereits 2018 ein weiteres Benefizkonzert stattfand. Die Bereitschaft zu helfen ist mittlerweile in der Stadtgesellschaft fest verwurzelt, wie die Charityveranstaltung am Samstag am NÖP bewiesen hat! 

Natürlich sind wir als Stadt auch stolz, was alles im Namen Olchings erreicht bzw. angestoßen werden konnte: Das Eindämmen der Epidemie, das Retten von einer halben Millionen Hektar Regenwald und nun das Wehen der Flagge Olchings am Rohbau der neuen Krankenstation.

Mein Dank gebührt jedem einzelnen Bürger, der sich persönlich für diesen guten Zweck engagiert und oder gespendet hat. Insbesondere natürlich denen, die vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stehen und den Bau neuer Infrastruktur buchstäblich in die eigenen Hände nehmen. Ich bin davon überzeugt, dass sich Fluchtursachen deutlich reduzieren ließen, wenn mehr Menschen, insbesondere Europas, versuchten die Lebensbedingungen vor Ort in den Herkunftsländern zu verbessern.

Letztendlich ist es ähnlich, wie bei den Städtepartnerschaften:  Engagement auf kleinster Ebeneist wie ein Puzzlestück, jedes für sich hat einen Wert, zusammengesetzt ist es ein Großes Ganzes. Auf größerer Ebene verhält es sich nicht viel anders. Auch Staaten wie der Kongo bestehen aus einzelnen Gemeinden. Können die Bedingungen in den einzelnen Gemeinden deutlich verbessert werden, lassen sich der Effekte hochskalieren. Aus den einzelnen Hilfen und Projekten wird etwas großes Ganzes und hoffentlich Dauerhaftes und Stabiles.

Der Stadt Olching und auch mir persönlich liegt es sehr am Herzen, dass diese wertvolle Arbeit auch in Zukunft weitergeführt wird. Wir möchten Pfarrer Aicher in seiner Mission und die Kolpingsfamilie bei ihrer Suche nach neuen Ehrenamtlichen weiter unterstützen. Auch wir als Stadt möchten unseren Teil zum Gelingen dieser nachhaltigen Entwicklungsarbeit beitragen.

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