Trauerrede auf Altbürgermeister Manfred Krug am 21.08.2017

Verehrte Frau Krug,

liebe Angehörige und Freunde,

verehrte Geistlichkeit,

wehrte Ehrengäste und Wegbegleiter,

sehr geehrte Trauergemeinde,

mit großer Trauer haben wir von dem Tod unseres Olchinger Altbürgermeisters Manfred Krug am vergangenen Samstag erfahren.

 

Liebe Trauergemeinde,

es fällt mir schwer, die passenden Worte zu finden, haben Manfred Krug und ich uns zwar in der politischen Arbeit nicht mehr gemeinsam erlebt, umso mehr nahm er als Altbürgermeister an meiner Arbeit und an der Entwicklung seiner Stadt anteil. Bis zu letzt.

Ich erinnere mich an unsere letzte Begegnung, an Fronleichnam vor dem Laurentiushaus. Seiner neuen Heimat, die er selbst in den 80er Jahren als Bürgermeister entstehen hat lassen. Trotz seiner schweren Krankheit saß er in seinem Rollstuhl im Schatten und beobachtete interessiert und aufmerksam, wie er war, die Prozession. Als ich zu ihm hinging und mich mit ihm wie immer, wenn wir uns am Laurentiushaus begegnet sind kurz unterhalten konnte, da durfte ich ihn nochmal so erleben, wie ich ihn kannte. Humorvoll, schlagfertig und stets auf der Höhe des örtlichen Geschehens. Auf die Frage, wie es ihm heute gehe, antwortete er: Siehst du, hat er zu mir gesagt, siehst du wie gut es mir geht, ich kann hier im Schatten sitzen, während du mit der Last des Amtes und der Amtskette bei dieser Hitze durch die Stadt laufen musst.

Ich erinnere mich auch an andere Begegnungen, wo er mir viele Fragen über aktuelle Entwicklungen gestellt hat und durchaus auch den ein oder anderen wohlwollend gemeinten Ratschlag.

Nun wird es diese nicht mehr geben. Olching trauert um unseren Altbürgermeister Manfred Krug.

Um einen umsichtigen Politiker. Wir trauern um einen Mitstreiter, der über alle Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg anerkannt, geschätzt und geachtet war. Wir trauern um einen Menschen, der einen wesentlichen Anteil am Werden und Wachsen Olchings hatte, insbesondere während der Gebietsreform.

Unsere Anteilnahme, die ich im Namen der gesamten Stadt Olching sowie der städtischen Vereine und Institutionen zum Ausdruck bringen darf, gilt in dieser Stunde den Angehörigen des Verstorbenen, vor allem seiner Gattin und seinen Kindern.

Manfred Krug war Erster Bürgermeister der Gemeinde Olching von 1978 bis 1984 und damit der erste, der der durch die Gebietsreform neu gebildeten Großgemeinde vorstand.

Die Kommune war gerade auf einen Schlag von 11.000 auf 16.000 Einwohner angewachsen und brachte daher zahlreiche, komplexe Herausforderungen mit sich. Sechs Jahre leitete er als Erster Bürgermeister souverän und weitblickend die Geschicke der Gemeinde. Er ist aufgegangen in seinem Amt, in den vielfältigen Verpflichtungen, die damit verbunden waren.

Während seiner Amtszeit als Erster Bürgermeister hat er sich maßgeblich für die Bebauung des MD-Geländes, den Bau des Seniorenheims, die Planung des neuen Parkfriedhofs, den Ausbau der Büchereien sowie die Gründung des Ferienprogramms eingesetzt. Auch der Bau der Kleingartenanlage, der Freizeitsportanlage Esting sowie des Golfplatzes fielen in seine Amtszeit.

Seine kommunale Laufbahn begann aber bereits im Jahre 1972 als Gemeinderat, dem er bis 2002 angehörte. Während dieser Tätigkeit war er von 1972 bis 1978 Referent für Kindergärten und Spielplätze sowie von 1984 bis 1990 Sozialreferent.

Als Verschwisterungsreferent von 1990 bis 2002 hat er die Partnerschaft mit Feurs in Frankreich ausschlaggebend mitgeprägt und verfestigt sowie in den 1980er Jahren das Entstehen der Partnerschaft mit Tuchola in Polen maßgeblich unterstützt.

Zusätzlich blieb er viele Jahre stellvertretender Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft und belebte damit die Beziehungen nach Polen. Somit hat er sich um Frieden und Völkerverständigung in Europa sehr verdient gemacht.

Über die kommunalen Grenzen hinaus war er von 1972 bis 1996 als Mitglied des Kreistages aktiv und im Rahmen dessen ebenfalls von 1984 bis 1996 Kreiskulturreferent.

Alle, die ihn kannten, wissen, dass seine Leidenschaft und sein Herzblut der Kultur galten, weshalb es auch nicht verwundert, dass er als Erster Bürgermeister regelmäßige Kulturtage hier in Olching einführte.

Darüber hinaus lag ihm als langjähriger Rektor der Grundschule Olching die Zukunft der jüngeren Olchinger Bevölkerung sehr am Herzen. Auf seine Initiative hin wurde 1968 der Förderverein Gymnasium gegründet, aufgrund dessen Bemühungen erstmals im Herbst 1971 ein Gymnasium in Olching den Betrieb aufnahm.

Sein Erfolg war das Ergebnis harter Arbeit. Sein Wissen, sein Können und seine Energie haben ihm zu Achtung und Anerkennung verholfen. Er war ein nimmermüder Macher, der noch in hohem Alter täglich zum Seniorenstudium für Germanistik und Geschichte nach München pendelte.
Er stand immer zu seinem Wort und wurde seiner Verantwortung stets gerecht. Allzeit auf das Wohl aller bedacht, behielt er fortwährend ein gesundes und realitätsbezogenes Augenmaß für die Belange der Bürgerinnen und Bürger.

Als Mensch ließ er sich nicht leicht einem bestimmten Typus oder Verhaltensmuster zuordnen, sondern pflegte stets einen persönlichen Stil.

Manfred Krug war ein engagierter und umsichtiger Kommunalpolitiker, der für seine gewissenhafte Amtsführung bekannt war und geschätzt wurde. Stets setzte er sich mit seiner ganzen Kraft zum Wohle Olchings ein.

Wir werden Manfred Krug als einen Mann in Erinnerung behalten, der einem lebendigen Vereinsleben besonders zugewandt war. Er war Gründungsmitglied des Fördervereins Furthmühle, deren Vorsitz er bis 2003 innehatte, sowie Ehrenmitglied bei der Kolpingsfamilie wie auch beim Golfclub Olching. Zahlreiche weitere Vereinsmitgliedschaften waren für ihn selbstverständlich.

Wir alle schätzen den Verstorbenen sehr, besonders wegen seiner Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit. Er war ein Bürgermeister aus Leidenschaft, ein Bürgermeister mit ganzem Herzen. Der Verstorbene war ein Bürger im besten Sinne, der an vorderster Front für die Gemeinschaft gearbeitet hat und stets dem Gemeinwohl verpflichtet war.

In tiefer Trauer nehmen wir jetzt Abschied von ihm. Sein Wirken in Olching aber hat Bestand, in Gebäuden, in Anlagen wie diesen Friedhof, in den vielen glücklichen Kinderaugen während des bis heute so erfolgreichen Kinderferienprogramms, wir werden ihn in lebendiger und ehrender Erinnerung behalten.

Als Zeichen unseres Dankes und unserer tiefen Trauer habe ich am offenen Grab ein Kranzgebinde niedergelegt.

Ruhe in Frieden, lieber Manfred.

 

Vielen Dank.

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