Hilfe, die ankommt

Fairtrade Schule

Mit 1,3 Milliarden Euro erreichte der Faire Handel in Deutschland 2016 ein neues Umsatzhoch und setzt damit seinen Wachstumskurs fort. Das entspricht einer Verdoppelung innerhalb der letzten vier Jahre. 92 Prozent kommen von den absatzstärksten Produkten Bananen, Kaffee, Blumen und Kakao. Mit einem Anteil von 36 % am Gesamtumsatz hält Kaffee die Spitzenposition im Fairen Handel. Der Absatz von fair gehandeltem Röstkaffee in Deutschland wächst kontinuierlich (+ 22 % gegenüber 2015).
Mit 1,05 Milliarden Euro trägt das Fairtrade-Produktsiegel den größten Anteil am Umsatz. Was leistet Fairtrade damit? Neben der Erweiterung der Mitbestimmung im Fairtrade-System und langfristigen Partnerschaften sind es vor allem mehr Einkommen durch stabile Mindestpreise und Selbstbestimmung durch die Fairtrade-Prämie. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass Fairtrade Auswirkungen auf die Lohnsituation hatte, doch vor allem über die Fairtrade-Prämie verschiedene Sachleistungen für Arbeiterinnen und Arbeiter bot, von denen viele von wirtschaftlicher Bedeutung waren.
Der Fairtrade-Mindestpreis ist ein Sicherheitsnetz für Produzenten. Er wird gezahlt, wenn zu niedrige Weltmarktpreise nicht die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken. Liegen die Weltmarktpreise über dem Fairtrade-Mindestpreis, wird der Weltmarktpreis oder der mit den Produzenten ausgehandelte Preis gezahlt. Ein Blick auf das Produkt Kaffee verdeutlicht die Vorzüge des Fairen Handels aus Sicht der ProduzentInnen: Im Februar 2016 lag der Weltmarktpreis für Kaffee auf einem Tiefstand von 110 US Cents pro Pfund. Für fair gehandelten Kaffee galt in dieser Situation der garantierte Mindestpreis, der über diesem Weltmarktpreis liegt. "Doch die große Mehrheit der KaffeebäuerInnen ist den Schwankungen von Weltmarkt und Klima ausgesetzt. Das zeigt, dass die politische Arbeit der Fair- Handels-Bewegung wichtiger ist denn je, um weltweit faire Arbeits- und Produktionsbedingungen zu erreichen.", so Manuel Blendin, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel.
Die Fairtrade-Prämie verbessert die Lebenssituation der Produzentenfamilien und ihren Dorfgemeinschaften. Die demokratisch organisierten Produzentengemeinschaften bestimmen selbst über die Verwendung der Prämie, die in Gesundheit, Bildung, Umwelt, Produktivitätssteigerung oder Qualitätsverbesserung investiert wird. Durch die Verkäufe auf dem deutschen Markt erwirtschafteten die Produzentenorganisationen zusätzlich zu den Verkaufspreisen für ihre Rohstoffe Fairtrade-Prämien in Höhe von 16 Mio Euro für Sachleistungen (z.B. subventionierte Lebensmittel, Unterbringung, Verkehrsmittel, Gesundheitsfürsorge, oder Bildung). Damit wird deutlich, dass Fairtrade direkt zu einer wirtschaftlichen Verbesserung für Arbeiterinnen und Arbeiter beiträgt.
Die Bundesministerien und der Deutsche Rat für Nachhaltige Entwicklung unterstützen den Fairen Handel ausdrücklich.

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