Fairer Handel beim Marktsonntag II

Fairtrade Marktsonntag

[26.10.2016] - Einen Sprung nach vorne hat Fairtrade in Olching gemacht. Nach der Teilnahme am Marktsonntag im Mai boten die Aktiven aus den Kirchen und der Agenda 21 bereits zum zweiten Mal Fairtrade-Waren an und gaben gerne Auskunft zu Fairtrade. Zuerst war es nur der Sprung des Fairtrade-Standes aus der zweiten Reihe nach vorn an die Straßenfront. Schnell merkte man den Sprung bei den Besucherzahlen und im Bekanntheitsgrad von Fairtrade. Es kamen deutlich mehr Besucher und Fairtrade wird in Olching immer bekannter. Kirchgänger kennen seit Jahren Fairtrade vom Verkauf in den Kirchen und von der Verwendung bei kirchlichen Veranstaltungen. Viele erinnerten sich an die Mai-Aktion, andere hatten sich bei der FFB-Schau am Stand der Stadt informiert.
Noch wichtiger war der Sprung beim Umsatz. Unser Verkauf von Fairtrade-Produkten stieg spürbar: mehr als doppelt so hoch wie im Mai! Das entspricht dem allgemeinen Trend. Allein in Deutschland nahmen 2015 die Fairtrade-Produzenten 12,3 Mio € Fairtrade-Prämie für gemeinschaftliche Projekte ein - ein Anstieg von 26% zum Vorjahr.
Lag es am Umfeld des Standes? St. Peter und Paul hatte „Tag der offenen Kirche“, unter Anderem auch mit dem Thema Fairtrade. Neben uns lag der kleine Biergarten der Olchinger Brauerei und der Bauernhof-Kindergarten bot Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Jedenfalls war Fairtrade häufiger Thema angeregter Gespräche mit und zwischen Besuchern. Offensichtlich gibt es einen weiteren Sprung: den Anstieg im Interesse und im Bewusstsein der Bürger. Die älteren Menschen sehen überwiegend die soziale, wohltätige Komponente des fairen Handels, bei den Jüngeren traten Konsumverhalten und fragwürdiger Welthandel stärker in den Vordergrund. Quer durch alle Altersstufen wurde Fairtrade mit großer Mehrheit als sinnvoll erachtet. Die Kampagne „Fairtrade-Stadt-Olching“ sollte vor allem durch Angebote im Handel und in der Gastronomie Kundenwünsche erfüllbar machen und durch sichtbare Vorbildfunktion der Stadt fairen Handel voranbringen. Es gibt viele Argumente, wie die Stadt davon profitieren kann, Fairtrade Town zu werden. Fair Trade macht sich gut: Gemeinsam gewinnt man Öffentlichkeit, die Stadt stellt sich als Vorbild dar und gewinnt auch überregional Medienpräsenz. Die Stadt und ihre Vertreter werden als sozial verantwortlich handelnde Akteure wahrgenommen. Durch die Verbreitung des Fairen Handels trägt man zu einem gerechteren Wirtschaftssystem bei und gemeinsames Handeln der Stadt mit Bürgern und lokalen Unternehmen stärkt den Gemeinsinn.
Die Standbetreiber befürworten die Fortsetzung bei den Marktsonntagen 2017. Empfehlenswert wäre die Beibehaltung der Standanordnung mit den Nachbarn von Oktober 2016. Die bisher Aktiven der Kirchen und der Agenda 21 wünschen sich allerdings Entlastung, bevorzugt durch junge Menschen. Da sind Jugendgruppen und Schulen gefragt.
Peter Wehrle, Agenda 21 Olching

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