Partnerstadt Feurs

Feurs

Auf Initiative des Olchinger Gemeinderats Albert Leiss und des Bürgermeisters der französischen Stadt Feurs im Département Loire, Felix Nigay, kam 1963 eine Städtepartnerschaft zwischen beiden Kommunen zustande.
Feurs liegt etwa 65 km westlich von Lyon, am östlichen Ufer der Loire, inmitten der Ebene des Forez. Die Vergangenheit unserer Partnerstadt reicht über 2000 Jahre zurück. Während der Regierungszeit des Kaisers Augustus wurde auf dem Gebiet einer keltischen Vorgängersiedlung das regionale Verwaltungszentrum Forum Segusiavorum gegründet. Das städtische Museum von Feurs (Musée d'Assier) bewahrt eine große Zahl von Funden aus jener Epoche. Der antiken Blütezeit setzte die Völkerwanderungszeit ein gewaltsames Ende.Luftbild Feurs

Im Mittelalter wurde Feurs bis 1440 Hauptort der Grafschaft Forez. Die Stadt war von einem Mauerring mit Toren und Türmchen umgeben und pflegte intensive Handelsbeziehungen, die zu einem gewissen Wohlstand verhalfen. Manche enge Gasse, manches Haus und Türmchen hat sich in Feurs bis zum heutigen Tage erhalten. Das bedeutendste Bauwerk ist jedoch die Pfarrkirche Notre-Dame, die - abgesehen von ihrem neugotischen Fassadenturm - im 15. Jahrhundert errichtet wurde.

Überschwemmungen, Mißernten und Hungersnöte bestimmten das 17./18. Jahrhundert. Die Französische Revolution zog in den Jahren ab 1789 in Feurs weite Kreise und konfrontierte Royalisten und Revolutionäre. 1793/94 herrschte in der Stadt für einige Monate ein jakobinisches Revolutionskomitee.
Auf die Revolution folgte die napoleonische Herrschaft und ab 1815 die Restauration, die für Feurs eine ruhige Phase der Neuorientierung bedeutete. Man erbaute ein Rathaus, band die Stadt 1834 an die Eisenbahnlinie St.-Étienne - Roanne an, verbesserte die Verkehrsführung und siedelte wichtige Industrien an - unter anderem eine Eisengießerei und eine Dampfmaschinenfabrik. Diese Politik setzte sich auch in der 3. Republik fort. 1929 wurde schließlich eine feste, steinerne Brücke über die Loire gebaut, nachdem die alte Hängebrücke den Anforderungen der Zeit nicht mehr genügte.

Die beiden Weltkriege forderten auch in Feurs hohe Opfer. 1942-1944 erlebte auch Feurs während der deutschen Besatzung den Terror der Gestapo.


kleine Gasse FeursHeute ist Feurs eine dynamische Kleinstadt mit einem regen kulturellen, wirtschaftlichen und sportlichen Leben. Mehrere Grundschulen, ein staatliches und ein privates Collège (Mittelschule) und ein Lycée (gymnasiale Oberstufe) bilden ein breites Schulangebot. Das moderne Bürgerhaus (Maison de la Commune) mit Bibliothek und Mehrzwecksaal ist der Rahmen zahlreicher Veranstaltungen. Für die unterschiedlichsten Sportarten stehen die entsprechenden Einrichtungen zur Verfügung, von der traditionellen Pferderennbahn bis zu modernen Squash-Hallen. Der Stadtpark lädt zur Erholung ein. Und nicht zu vergessen das Umland mit fast unberührten Landstrichen, sanften Hügeln, erloschenen Vulkankegeln, alten Burgen und Kirchen und zahlreichen malerischen Orten...

Tobias Weger, M.A.

Literaturhinweis:
Konrad Bauer, Fritz Scherer, Tobias Weger: Geschichte der Gemeinde Olching. Olching, Esting, Geiselbullach, Graßlfing. Dachau 1994.

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