Hintergründe, Grundlagen und Ziele

Auf dem Umweltgipfel in Rio 1992 kamen Staats- und Regierungschefs aus fast allen Ländern der Erde zu einem Gipfeltreffen zusammen, auf dem die „Agenda 21 zur dauerhaften Bewahrung unserer Lebensgrundlagen“ verabschiedet wurde. 178 Länder unterschrieben das weltweite Aktions- und Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland.

 

Agenda heißt wörtlich übersetzt etwa "was zu tun ist". In vielen Sprachen bedeutet es Termin- oder Arbeitsplan.

Agenda 21 ist also: "Der Arbeitsplan für das 21. Jahrhundert".

 

Die Agenda 21, der Arbeitsplan für das 21. Jahrhundert, wurde bei der UN-Konferenz 2015 fortentwickelt zur Agenda 2030 und von 179 Staaten verabschiedet. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung in den drei Kernbereichen Umwelt, Wirtschaft und Soziales und die damit einhergehende dauerhafte Bewahrung unserer Lebensgrundlagen. Die Bundesrepublik und der Freistaat Bayern haben die Agenda 2030 wie deren Vorgängerin Agenda 21 übernommen und fördern den Prozess auch in den Kommunen.

Seit 2005 ist die Umsetzung der Agenda 21 auch in Olching beschlossene Sache. Seither arbeiten Bürgerinnen und Bürger eng und konstruktiv mit den öffentlichen Einrichtungen und Gremien zusammen und engagieren sich ehrenamtlich für ein lebenswertes Olching.

 

Die drei Dimensionen: Umwelt - Wirtschaft - Soziales

Die Unterzeichner der Agenda 21 gingen davon aus, dass sich ökologische, soziale und wirtschaftliche Probleme gegenseitig bedingen und nicht voneinander getrennt zu beheben sind. So können schlechte wirtschaftliche Bedingungen und Armut die Umweltzerstörung besonders fördern. Eine zerstörte Umwelt entzieht aber Menschen wiederum die Lebensgrundlage usw. Aus diesem Grunde sollen bei allen politischen Entscheidungsprozessen die drei Dimensionen gleichrangig berücksichtigt werden. 

 

Die Agenda 21 auf lokaler Ebene

In der Agenda 21 ist das Kapitel 28 den Kommunen gewidmet. Diese werden als wichtige Akteure bei der Gestaltung der weltweiten Entwicklung benannt. Denn Städte und Gemeinden sind die Orte, an denen der Umgang mit der Umwelt konkret wird:

  • Umweltressourcen werden ge- und verbraucht (z.B. Energie, Wasser, Flächen)
  • Dadurch werden die Lebensbedingungen in anderen Regionen der Erde mit beeinflusst.
  • Politische Entscheidungen fallen, die alle Menschen unmittelbar betreffen: Städte und Gemeinden entscheiden über die Nutzung von Ressourcen und über die Bereitstellung von Infrastruktur.
  • Menschen können sich an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes direkt beteiligen.

 

Deshalb werden in Kapitel 28 der Agenda 21 alle Kommunen der Erde aufgefordert, ihre eigene, jeweils den besonderen Bedingungen vor Ort angepasste Agenda 21 aufzustellen: die Lokale Agenda 21.

 

Leitbild „Olchinger Agenda 21“

1998 und 2000 wurden in Olching zwei lokale Zukunfts-Konferenzen zur Agenda 21 durchgeführt. Die lokale Agenda 21 versucht, Ziele, Ideen und Ergebnisse dieser Konferenzen in die Praxis umzusetzen. Ein erster Gemeinderatsbeschluss erfolgte hierzu am 28. Januar 1999. Im September 2004 verabschiedete dann der Gemeinderat das Leitbild der Olchinger Agenda 21, in dem die Ziele und Maßnahmen für Olching festgelegt sind. Das Leitbild wurde im Juli 2005 um die Aufgaben zum Thema Wirtschaft und Arbeit ergänzt.

 

Dieses Leitbild beruht vor allem auf Beiträgen aus den Arbeitskreisen, die seit 2002 wieder aktiv wurden, und auf Teilen aus der früheren Agendaarbeit zu Zeiten der Zukunftskonferenzen (1998, 2000).

 

Jeder Themenbereich stellt ein Handlungsfeld dar, zu dem jeweils eine Zielvorstellung und Maßnahmen, um diesem Ziel näher zu kommen, formuliert sind.

 

Unser Leitbild ist noch nicht vollständig. Es können jederzeit zusätzliche Arbeitsgruppen eingerichtet werden. Für die Gestaltung eines vollständigen Leitbilds ist eine weitere Beteiligung der Olchinger Bürger nötig. Mitbürger, Stadträte, Vereine und Parteien sind aufgerufen sich zu beteiligen, und die Idee für eine langfristig lebenswerte Gestaltung des Olchinger Gemeinwesens aktiv im öffentlichen Bewusstsein zu halten und entsprechende Maßnahmen planmäßig zu ergreifen.

 

Die Agenda 2030

Die UN-Agenda 2030 von 2015 mit dem Titel „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ führt die Agenda 21, die Millenniumsziele von 2000 und neue Entwicklungen zu neuen Entwicklungszielen zusammen, den „Sustainable Goals". Das Leitbild "Nachhaltige Entwicklung" und die drei Dimensionen „Umwelt - Wirtschaft – Soziales“ wurden beibehalten.

 

Die Agenda 21 Olching als Gruppe ist eine feste Größe in der Politik und Gesellschaft Olchings. Deshalb behält sie ihren Namen, berücksichtigt aber die Weiterentwicklung im Sinne der Agenda 2030.

 

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