Olchinger Amperauen – Freizeitattraktion oder Naturdenkmal?

Über 60 Bürgerinnen und Bürgern lag diese Frage am Herzen. Der provokante Gegensatz Freizeittrubel gegenüber Naturschutz hat Wirkung gezeigt - der Start zum Bürgerbeteiligungsprojekt ist gelungen. Was der Abend gebracht hat und wie es weitergehen soll

Olchinger Amperauen – Freizeitattraktion oder Naturdenkmal?

...wird sich noch zeigen. Es war zu spüren, die Bürgerinnen und Bürger fühlten sich betroffen. Die Lebensader Amper, treffender Titel der Siegerskulptur von Jennifer-Anne Petz,  trat als solche stärker ins Bewusstsein. In allen Beiträgen spürte man, wie verbunden die Bürgerinnen und Bürger diesem Naturjuwel mitten in der Stadt sind und wie gerne man dort spazieren geht, radelt, joggt und mehr.

Dem geplanten Bericht der Initiatoren zu dieser Auftaktveranstaltung am 08.07.2015 im Gasthaus Amperlust soll nicht vorgegriffen werden. Aber es lohnt sich, einige Schwerpunkte des Abends hervorzuheben und sich Gedanken zum weiteren Ablauf des Bürgerbeteiligungsprojektes zu machen.

 

Information und Gedankenaustausch waren Trumpf.

Informationen und Meinungen wurden direkt weitergegeben: vom Bürgermeister an die Bürger, von den Bürgern an die Stadtverwaltung, von der Stadtverwaltung an Interessenvertreter … usw.  Man hat miteinander gesprochen, sachlich, höflich und auf Augenhöhe. Gegensätzliche Positionen wurden zur Kenntnis genommen, sie sollen noch abgewogen oder geklärt werden.

Zum Beispiel hatten die meisten Teilnehmer noch nie gehört, dass die Amperauen Teil eines FFH-Gebietes sind und was das bedeutet. Oder dass der Ammer-Amper-Radweg eine zentrale Maßnahme des Leitbildes des Landkreises darstellt, die Mindestanforderungen zur Folge hat, dass andererseits aber kein Quadratmeter weiter versiegelt werden  soll. Solche Rahmenbedingungen beeinflussen erheblich was machbar oder zweckmäßig ist.

 

Fakten und Ideen zum Nachdenken wurden genannt.

Der Abend war ein Auftakt mit Bestandsaufnahme und Wissenserweiterung. Bürgermeister und Parteien bezogen Position, Bürgerinnen und Bürger nannten erste Ideen, Wünsche , Befürchtungen. Es wurden keine Beschlüsse dazu gefasst, Zeit und Raum zum Nachdenken oder zum Faktencheck bleiben genügend. Die Diskussion markierte schon erste Schwerpunkte, strittige Positionen und besonders den Bedarf an „Faktenchecks“. Beispiele:

  • Gewässerentwicklungsplan des WWA Freising
  • Vorabinformation zu den  unter Schutz stehenden Gebieten ( FFH, NSG, LSG, VSG … ) 
  • Gestaltungräume an der Amper ( FFH ) und am Amperkanal ( LSG )
  • Optimierung Wegenetz, Brückenbau, Reduzierung Trampelpfade
  • Maßnahmen Bund Naturschutz FFB / Olching
  • Hochwasserschutz und Mückenschutz für die Amper
  • Amper südlich ausbauen, nördlich naturbelassen
  • Kneipanlage
  • Uni / Studenten für ein Praktikum einbinden
  • Kennzeichnung im Plan und Veröffentlichung als Download-Datei

Über Allem steht die einhellige Meinung, die Amperauen als „Mitte und Grüne Lunge„ von Olching zu erhalten. Eingriffe sind nicht oder nur moderat ins Auge zu fassen.

Rechtzeitige Information und Bürgerbeteiligung sind im Gange.

Einen Bericht zu dieser Auftaktveranstaltung,  ermittelte Fakten und sonstige Neuigkeiten werden die Teilnehmer erhalten und Interessierte aus dem Internet erfahren können. Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger bekundeten großes Interesse an der Fortsetzung des Bürgerbeteiligungsprojektes. Dafür wurde vorläufig Samstag, der 10. Oktober 2015 vorgesehen. Da will man konkreter werden und erste Beschlüsse fassen. Für die weitere Behandlung des „Themas Amperauen“ wurde für 2016 und Folgejahre ein runder Tisch vorgeschlagen.

 

Die Initiative ging vom „Thementisch 1„ aus.

Der „Thementisch 1“ entstand bei den Zukunftskonferenzen 2010/11 aus der Arbeitsgruppe zum Themenfeld Kommunales Management & Bürgerbeteiligung, die bis heute in Kooperation mit der Stadt arbeitet. Die Agenda 21 Olching war von Beginn an mitvertreten und wirkt weiterhin mit.

 

Peter Wehrle, Agenda 21 Olching

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