Maßnahmen Hochwasserschutz

Hochwasser in Olching
[07.10.2013] - In der Folgezeit nach dem Hochwasser an der Starzel im Juni 2013 wurden zahlreiche Maßnahmen durchgeführt oder in die Wege geleitet. So wurde z. B. durch den Ersten Bürgermeister ein runder Tisch einberufen, bei dem Feuerwehr, Bauhof, Bauamt und Ordnungsamt beteiligt sind. Als eine der ersten Maßnahmen wurde ein größerer Wurzelstock inmitten des Flusslaufs entfernt. Aufgrund der Regelungen des Bundesnaturschutzgesetztes können umfangreichere Ausholzungen erst ab Oktober durchgeführt werden. Bereits 2005 wurde durch ein Fachbüro in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt ein Gewässerentwicklungsplan erarbeitet, nach dessen Empfehlungen die Stadt das Gewässer pflegt und regelmäßig einmal pro Jahr säubert.


In der Zwischenzeit wurden die Sandsackbestände wieder aufgefüllt und mehrere Hochleistungspumpen für die Feuerwehr noch während der angespannten Situation beschafft. Darüber hinaus wird die Anschaffung eines Hochwasserschutzsystems namens „Beaver", das auch in der Gemeinde Eichenau verwendet wurde, erwogen. Des Weiteren wird aktuell geprüft, ob die Betonbrücke, die ca. 40 Meter südlich der Staatsstraße 2345 über die Starzel führt und den Wasserablauf beim letzten Hochwasser behindert hat, da der Abstand zwischen Brücke und Wasserspiegel nur ca. 40cm beträgt, komplett entfernt werden kann.


In Gesprächen zwischen Bürgermeister Andreas Magg und den Bürgermeistern am Oberlauf der Starzel, Alling und Eichenau, kam man überein, einfache Pegelmessstellen zu installieren, um eine bestmögliche Frühwarnung zu erreichen. Zudem sollen weitere Retentionsräume ermittelt und geschaffen werden. Hierzu wird ein Planungsbüro interkommunal beauftragt. Weitere
gemeinsame Arbeitssitzungen mit dem Amperverband sind bereits vereinbart.


Außerdem fand im September ein Gespräch der Arbeitsgruppe mit Herrn Dr. Müller vom Wasserwirtschaftsamt statt, zu dem auch einige Betroffene aus Olching geladen waren und mitarbeiten. Dr. Müller betonte, dass aufgrund der Ereignisse im Juni der Gewässerentwicklungsplan zu überarbeiten sei. Die Neuberechnung des Starzelverlaufs und dessen Auswirkung wird voraussichtlich Ende 2013/Anfang 2014 abgeschlossen sein. Ferner wird beim Wasserwirtschaftsamt das Überschwemmungsgebiet von Juni 2013 neu kartiert.

 

Das städtische Bauamt wird in Absprache mit den anderen Anrainer-Gemeinden demnächst ein Gutachten in Auftrag geben, das den Gewässerverlauf, die Topographie des Geländes, die hydrologischen und geologischen Verhältnisse und die zu erwartenden möglichen Überschwemmungsgebiete darstellt. Die sich daraus ergebenden sinnvollen wasserbaulichen und landschaftspflegerischen Maßnahmen zur Entschärfung möglicher Probleme sollen ebenfalls in dem Gutachten dargestellt werden.


In dem gemeinsamen Gespräch im September konnte auch die in der Presse verlautbare Kritik am Verhalten der Feuerwehr, die das Oberflächenwasser nicht in die Kanalisation gepumpt hatte, ausgeräumt werden. Laut Informationen des Amperverbandes war das Kanalsystem im Verbandsgebiet auch ohne Einleitungsmaßnahmen massiv überlastet. Es drohte ein Rohrbruch, welcher vor allem im Bereich Olching zu verheerenden Schäden hätte führen können.
Aus diesem Grund ist es strikt untersagt, Oberflächenwasser in die Kanalisation zu pumpen.


Mittels der gewonnenen Erkenntnisse des Junihochwassers wird im Ordnungsamt der Stadt derzeit ein Hochwassermelde- und -maßnahmenplan entwickelt, der dem bestehenden Meldeplan für die Amper beigefügt werden soll.


Um aber einen bestmöglichen Hochwasserschutz zu gewährleisten, darf die Eigenverantwortlichkeit der Bevölkerung nicht zu kurz kommen. Die Stadt Olching bittet von dem Informationsblatt des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das auf der städtischen Homepage zu finden ist, Gebrauch zu machen und alle möglichen Schutzvorkehrungen zu treffen. Vor allem bei der Bedrohung durch Grundwasser ist von Seiten der Stadt leider keine allgemeine Schutzmaßnahme sinnvoll und machbar.

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