Rosen von Fairtrade übeprüft

Rosen von Fairtrade im November in Olching gekauft – woher weiß man was dahinter steckt? Olching will Fairtrade-Stadt werden, die Bürger und die örtliche Wirtschaft sollen dafür Geld in die Hand nehmen. Fairtrade Deutschland will den Verkauf von Fairtrade-Produkten fördern. Aber: man produziert nicht selbst, handelt nicht selbst, kontrolliert nicht selbst. Wie transparent ist das System?
Hinter allen Fairtrade-Produkten stehen Menschen und ihre Geschichten. Mit dem Fairtrade-Code kann man erfahren was der Faire Handel vor Ort für die Menschen in den Anbauländern bewirkt. Den Fairtrade-Code kennen lernen und praktisch testen, das beantwortet wichtige und berechtigte Fragen zu Fairtrade.
Über Fairtrade Codes erfährt man, wie man den Bauern und ihren Familien vor Ort durch den Einkauf hilft, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Der Fairtrade Code ist eine Nummer, die sich auf der Verpackung des Fairtrade-Produktes befindet, bei Fairtrade-Früchten wie zum Beispiel Bananen auf dem Aufkleber. Diesen Code kann man auf der Fairtrade Code Website (www.fairtrade-code.de) oder der TransFair-Website (www.fairtrade-deutschland.de) eingeben und man wird dann mit allen Informationen rund um das Produkt verlinkt. Den Code eingeben und erfahren wo die Bauern und Bäuerinnen leben, wie sie arbeiten und welche Projekte bereits durch die Fairtrade-Prämie finanziert werden konnten.
Schön und gut aber wer überprüft alle diese Angaben? FLOCERT! Die Zertifizierungsgesellschaft FLOCERT überprüft vor Ort, ob Produzenten und Händler die Fairtrade-Standards einhalten und die sozialen, ökonomischen und ökologischen Standards erfüllen. Sie kontrolliert auch, ob der festgelegte Mindestpreis und die Fairtrade-Prämie ausgezahlt werden. FLOCERT ist ein unabhängiges Zertifizierungsunternehmen. Das Unternehmen zertifiziert Produzenten, Händler und Hersteller in rund 115 Ländern nach den Fairtrade-Standards. Über 100 hochqualifizierte Auditoren nehmen in regelmäßigen Abständen Kontrollen und Audits vor Ort vor. FLOCERT selbst ist nach ISO 17065, einer weltweit anerkannten Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsorganisationen zertifiziert. ISO 17065 steht für Qualitätsmanagement, Transparenz bei allen Betriebs- und Zertifizierungsabläufen und Unabhängigkeit bei allen Entscheidungen, die während der Zertifizierung getroffen werden.
Wenn ein Produkt in jeder Phase der Produktion von nicht zertifizierter Ware getrennt weiterverarbeitet und gehandelt wird, ist dieses Produkt direkt rückverfolgbar. Dies ist bei den meisten Fairtrade-Produkten der Fall. Dem Kunden hilft der Fairtrade Code. Gerade kein Fairtrade-Produkt zur Hand? Einfach unter fairtrade-deutschland.de/einkaufen/fairtrade-code die Produzentenkarte nutzen und auf virtuelle Erkundungsreise gehen. Besser das selbst gekaufte Produkt wie die genannten Rosen mit dem Code 2765 überprüfen.
2765 informiert: es sind Fairtrade-Blumen der zertifizierten Blumenfarm Finlay Flowers in Kenia. Deren Partnerfirma OMNIFLORA in Deutschland ist ebenfalls zertifiziert und lieferte die Rosen dem Olchinger Geschäft. Über den Produzenten erfährt man beispielsweise: Blumenpflückerinnen erhalten auf der Farm ein geregeltes Einkommen. Über die Verwendung der Fairtrade-Prämie bestimmt die Arbeitervertretung, das "Fairtrade-Prämien-Komitee". Durch die Fairtrade-Prämie konnten viele Projekte finanziert werden, zum Beispiel in die Schulbildung der Kinder.
Beispiele von Mitarbeiter*innen wie Rose Chemtai Ronoh, einer Blumenpflückerin bei Finlay Flowers, machen die Lebens- und Arbeitsbedingungen auf dieser Blumenfarm sichtbar. Rose hatte vier Jahre lang vergeblich nach Arbeit gesucht. 1998 kam sie auf die Farm und arbeitete zunächst als Blumenpflückerin und half beim Verpacken der Blumen. Sie nutzte Weiterbildungsangebote und kam schließlich als Kontrolleurin in die Qualitätssicherung der Farm. Rose wohnt heute mit Mann und Kindern in einer zur Farm gehörenden Siedlung. Ihr Haus verfügt über Wasser und Elektrizität, Feuerholz gibt es ebenfalls – alles keine Selbstverständlichkeit in Kenia. Ihr Sohn Ian besucht mit anderen Kindern der Farm die Schule. Der Schulbesuch ist kostenlos. Für die kleineren Kinder wie Daphny gibt es in der Siedlung Betreuerinnen. Sonntags gehen alle zusammen in die Kirche. Hinterher ist dann Zeit für die Familie. Rose ist glücklich, nach schwierigen Zeiten auf der Blumenfarm ein gesichertes Leben führen zu können. Fair geht´s besser! Finlay Flowers ist Fairtrade-zertifiziert. Die Blumen werden nach klar definierten sozialen und ökologischen Standards gezüchtet. Das bedeutet: Feste Löhne, sichere soziale Grundrechte, Verbot von Kinderarbeit, Gewerkschaftsfreiheit, Gesundheitsschutz und soziale Projekte für die Arbeiterinnen und Arbeiter und ihre Familien. Ein gutes Beispiel ist das Hospital von Finlay Flowers. Für die Menschen, die auf der Farm leben, gibt es hier eine medizinische Grundversorgung. Malaria und AIDS sind die häufigsten Krankheiten. Das große Problem AIDS wird durch Aufklärungsprogramme und Verteilung von Kondomen bekämpft. Gegen die Malaria-Erkrankung wurden verstärkt Moskitonetze angeschafft. Mit Erfolg – die Zahl der Neuerkrankungen ist seither zurückgegangen!

drucken nach oben